[Rezension] Society – Der Kreis der Zwölf 

Originaltitel: The Conspiracy of Us
Originalverlag: Speak
Taschenbuch, Broschur, 448 Seiten, 
ISBN: 978-3-570-31094-6
Erschienen am  08. Juli 2019

»Da Vinci Code« in Prada-Glamour, sexy und romantisch

Avery Wests Familie kann eigentlich alles möglich machen. Sie gehört nämlich einer mächtigen Geheimgesellschaft namens »Circle« an. Und sie alle denken, Avery sei das fehlende Bindeglied einer uralten Prophezeiung. Ein paar wollen sie als Pfand. Einige möchten ihren Tod. Um ihr Leben zu retten, muss Avery einer Spur folgen, die sie von den Pariser Boulevards in die Gässchen Istanbuls führt. An ihrer Seite der wunderschöne, unberechenbare Stellan und der so mysteriöse wie faszinierende Jack. Doch kann sie ihnen trauen?

Meinung 

Die ersten Kapitel waren noch sehr uninteressant. Ein typisches Einsteigen, der Personenkonstellation mit der Tatsache, dass die Protagonistin Avery sich nie lange an einem Wohnort aufhält und sich auch an ihrer neuen Schule darauf eingestellt hat, sich nicht zu sehr mit anderen anzufreunden. Ein Lichtblick für sie: Sie ist nicht ganz alleine die Neue. Auch Jack ist neu an der Schule und schafft es Avery aus ihrer Reserve zu holen. Und mit Jack ändert sich Averys Leben quasi über Nacht. Auf dem Schulabschlussball, zudem sie eigentlich nicht hin wollte und letztlich von ihrer Mutter verboten worden ist hinzugehen, taucht noch ein junger Mann auf. Stellan. Dieser ist genauso mysteriös wie Jack und beide haben denselben Auftrag. Avery holen. Und da beginnt Averys Leben zu einem Abenteuer zu werden.

Der Schreibstil war sehr einfach, umgangssprachlich. Anfangs dachte ich noch, dass der Schreibstil sich als schleppend entwickeln könnte, aber das war dann doch nicht der Fall.

Was mich gestört hatte, war die Tatsache, dass Avery einfach so mit einem fremden Typen in ein anderes Land gereist ist. Sogar gleich auf einen anderen Kontinient. Wer macht denn sowas? Ich weiß nicht, ob es nur mir als Leser so ergangen ist, aber die Tatsache dass Averys Mum ihr gerade am Abend des Schulballs verboten hat auszugehen, sollte ihr doch zu denken geben. Und wenn man dann noch hinzuzählt, dass ihre Mum von der Organisation die Stellan ihr gegenüber auf dem Flug ihr gegenüber erwähnt, Briefe erhalten hat…naja.

In der Nacht geht es für Avery nach Paris. Interessant fand ich, dass der Louvre dabei als Ort einer Geheimgesellschaft genutzt worden ist, der über den Museum seinen Wohnraum hat. Und dann würde es auch schon schnell spannend, als Avery beim Shoppen angegriffen wird. Wieso, weshalb, warum? Was hat Abetys Familie damit zu tun und wird sie die endlich kennenlernen? Wird sie die Lücke endlich füllen können? Lesen! 😉

Band 2  Society – Die Karte des Schicksals erscheint am 10. Februar 2020.

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[Rezension] Die Fotografin – Am Anfang des Weges

Fotografinnen-Saga (1)

Hardcover
€ 20,00 [D]inkl. MwSt.
€ 20,60 [A] | CHF 28,90 *(* empf. VK-Preis)
Hardcover mit Schutzumschlag, 448 Seiten,
mit bebildertem Anhang in s/w
ISBN: 978-3-7645-0662-9
Erschienen am  10. September 2018

Zum Inhalt 

Gegen alle Widerstände wird Mimi Reventlow Fotografin, und findet nicht nur ihre Freiheit, sondern auch die Liebe …

Minna Reventlow, genannt Mimi, war schon immer anders als die Frauen ihrer Zeit. Es ist das Jahr 1911, und während andere Frauen sich um Familie und Haushalt kümmern, hat Mimi ihren großen Traum wahr gemacht. Sie bereist als Fotografin das ganze Land und liebt es, den Menschen mit ihren Fotografien Schönheit zu schenken, genau wie ihr Onkel Josef, der ihr großes Vorbild ist. Als dieser erkrankt, zieht sie in das kleine Leinenweberdorf Laichingen, um ihn zu pflegen und vorübergehend sein Fotoatelier zu übernehmen. Ihm zuliebe verzichtet sie nicht nur auf ihre Unabhängigkeit, sondern sieht sich in Laichingen zunächst auch den misstrauischen Blicken der Dorfbewohner ausgesetzt, da sie mehr als einmal mit ihrem Freigeist aneckt. Und als bald ein Mann Mimis Herz höher schlagen lässt, muss sie eine Entscheidung treffen …

Meinung

Wo fange ich an?

Der erste Roman der Fotografinnen-Saga zieht nicht nur mit einem schönen Cover an, auch das Innenleben zum Ende des Romans zeigt die Geschichte der Frau in der Fotografie. 

Die Protagonistin Mimi Reventlow wächst als Tochter eines Pfarrers auf und im Vergleich zu anderen jungen Frauen in ihrem Alter fängt sie eine ungewöhnliche Ausbildung an. Als Fotografin. Da ihre Ausbildung im Laden alles andere als praktisch verläuft, da sie nur für Ordnung sorgen darf und sie sich immer ihren Onkel Josef zum Vorbild genommen hat wird sie, wie ihr Onkel Wanderfotografin. Mit anfänglichen Schwierigkeiten arbeitet sie sich zu einer im Fotografenkreisen große Fotografin hoch. 

Einen Einschnitt gibt es dann, als sie zehn Jahre später ihren Onkel besucht, der gesundheitlich angeschlagen soll. Das hatte mich im Handlungsverlauf überrascht, wurde die Beziehung zwischen Nichte und Onkel immer als eng beschrieben. Da hätte man sich doch irgendwie die Zeit nehmen können, um sich zu treffen bzw. zu sehen.

Der Roman erzählt überwiegend aus Mimis Sicht, in ersten Dritten der Handlung kommt es dann immer mal wieder zu einem Wechsel der Sicht, in verschiedenen Städten, in denen Mimi dann im nächsten Kapitel anreist oder sich schon befindet. 

Mimi selbst ist eine selbstbewusste Frau, die Ungerechtigkeit und Dreistigkeit nicht leiden kann und ihre Meinung dazu auch nicht hinter vorgehaltener Hand lässt. Gerade als sie zu Besuch bei Josef ist, kann sie nicht ruhelos dabei zuschauen, wie ihr Onkel in ein Angebot einwilligen will. Auch lernt sie bei einem Zwischenstop auf dem Weg zu ihren Onkel jemanden kennen, der danach ihre Gedanken durchstreift und auch der Fabrikchef wird ihren Weg kreuzen und was dann passieren wird, werde ich nicht verraten 😉 

Es geht nämlich weiter:

Band 2 “ Die Fotografin – Die Zeit der Entscheidung ist seit dem 08.04.2019 erhältlich.
08.04.2019

[Rezension] Das Internet muss weg


Originaltitel: Das Internet muss weg
Originalverlag: Knaus, München 2018
Taschenbuch, Broschur, 272 Seiten, 
ISBN: 978-3-328-10443-8
Erschienen am  13. Mai 2019


Eine fundamentale Abrechnung mit dem Internet von einem der einflussreichsten Blogger der Republik

Ausgerechnet Schlecky Silberstein, Kultakteur in der Netzgemeinde, propagiert diesen Leitspruch: »Das Internet muss weg.« Der Blogger und Online Comedian kennt das Netz wie seine Westentasche. Und gerade deshalb warnt er davor. Dank Fake News, Filterblasen und Social Bots erlangen Konzerne, politische Entscheidungsträger und Kriminelle zunehmend Kontrolle über weite Teile der Menschheit. Schlecky Silberstein analysiert den »Daten-Kasino-Kapitalismus«, in dem unsere Daten als Handelsware gezielt eingesetzt werden, um unser Verhalten vorherzusagen und zu beeinflussen. Nicht nur Donald Trump wusste ihn auf seinem Weg zur Macht zu nutzen, auch unsere eigene Gesellschaft droht von programmierbaren Propaganda-Maschinen gelenkt zu werden. Können wir einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet lernen oder hilft nur noch die sofortige Abschaltung?


Meinung

Dieses Buch ist definitiv ein Lesehighlight!
Wenn ein einflussreicher Blogger ein Buch über das böse Internet schreiben muss, muss ja etwas dahinterstecken und das stimmt. Nervosität, Aggressivität und Radikalität. Das passiert wenn man sich dauerbeschallen lässt und Algorithmen den Rest dazu beitragen.
Der Blogger Silberstein schafft es anhand von verschiedenen Beispielen, die verschiedenen Seiten des Internets, dass zu veranschaulichen, was verbessert werden muss. Das ist ziemlich viel. Er beschreibt, wie schnell sich Leute auf Facebook manipulieren lassen, Versuchsobjekte von seitens Facebook sind und das alles auf legale weise und er nimmt sich auch Social-Media Seiten wie Instagram vor, dessen Influencer wandelnde Werbeschilder sind. Das schlimme dabei ist: keiner sagt etwas dagegen, finden es sogar toll, Sachen empfohlen zu bekommmen, von einer Person, die man nicht persönlich kennt, aber einen wie eine beste Freundin vorkommt, da sie alles mit einem teilt. So scheint es. Niemand geht es schlecht im Internet, es sei denn man will damit Profit machen.

Das mit am schlimmste, was Silberstein in seinen Buch beschrieben hat, war die Veränderung seiner eigenen Mutter, die auf Facebook durch teilen radikaler Bilder immer mehr Freunde in ihrer Liste bekommen hat, Leute die sie nicht kennt, die aber durch den Algorithmus von Facebook angelockt wurden. Und der Mutter haben die vielen Likes gefallen. Schlimm.

Was ich gut fand, war die Tatsache wie Silberstein die Sachen beschrieben hat, nämlich offen und ehrlich!
Auch er schreibt, man solle sich von jeder App und jeden Konto trennen, bei denen man eine Veränderung an sich selbst feststellt. Wird man auf Twitter nur noch wütend, sobald man sich dort einloggt und den ersten Tweet list? Weg damit!
Google, Facebook, Amazon und Apple. Auch wenn man sich nicht ganz von ihnen trennen kann, denn selbst wenn man kein Google Konto hat, wird alles von einem gespeichert, so kann man sein Verhalten dort doch vermindern.

Ich habe dieses Jahr schon einige solcher Bücher gelesen und auch dieses
werde ich nicht im Regal verstauben lassen! Es lässt sich immer wieder gut lesen! Eine große Empfehlung von mir an euch allen!

[Rezension] Bad Blood

Die wahre Geschichte des größten Betrugs im Silicon Valley

Ein SPIEGEL-Buch

Originaltitel: Bad Blood. Secrets and Lies in a Silicon Valley Startup
Originalverlag: Knopf, New York 2018
Hardcover mit Schutzumschlag, 400 Seiten 
ISBN: 978-3-421-04823-3
Erschienen am  01. April 2019


Der New-York-Times-Bestseller jetzt auf Deutsch
Financial Times and McKinsey & Company Business Book of the Year Award 2018
Time Magazine Platz 1 der »Best Non-fiction Books of 2018«

Elizabeth Holmes, die Gründerin von Theranos, galt lange als der weibliche Steve Jobs. Das 19-jährige Start-up-Wunderkind versprach, mit ihrer Firma die Medizinindustrie zu revolutionieren. Ein einziger Tropfen Blut sollte reichen, um Blutbilder zu erstellen und Therapien zu steuern – eine Riesenhoffnung für Millionen Menschen und ein extrem lukratives Geschäft. Namhafte Investoren steckten Unsummen in das junge Unternehmen, bis es mit neun Milliarden Dollar am Markt kapitalisiert war. Es gab nur ein einziges Problem: Die Technologie hinter den schicken Apparaturen hat nie funktioniert. Pulitzer-Preisträger John Carreyrou kam diesem gigantischen Betrug auf die Spur und erzählt in seinem preisgekrönten Buch die packende Geschichte seiner Enthüllung.

Meinung

Der Journalist John Carreyrou schreibt in Bad Blood über  Elizabeth Holmes. 

Das besondere daran ist, dass er sich dabei nicht nur auf ihre Biografie, sondern auch auf zahlreiche Interviews bezieht, darunter mehr als 60 ehemalige Mitarbeiter unter Holmes Erfindung. Sie selbst  wollte nicht mit dem Journalisten kommunizieren und dann ist wohl auch verständlich, hat sie etwas geschaffen, was nicht zu funktionieren scheint.

Die Jahre  2006 bis 2012 werden durchleuchtet und bringen eine Frau zu Tage, die zwar brilliant intelligent ist, aber auch eine wahre Manipulatorin. Es ist wahr, es liest sich wie ein Thriller. Ob düstere Dystopie ist dem Leder selbst überlassen. Fakt ist, mit den zahlreichen Interviews die Carreyrou geführt hat, fügt er alles zu einem wahren Krimi zusammen, der Leser kriegt dabei Einblicke in die Gedanken und Erinnerungen aller vorhandenen Personen, die nicht immer voll zu ihrer Vorgesetzen stehen, müssen sie ja auch die richtige Arbeit machen.

Wer sich um die Machenschaften in Silicon Valley Gedanken macht -Facebook & Co., der ist hier genau richtig. Zwischen Wahn und der bitteren Wahrheit, kann selbst Gossip Girl einpacken. 

[Rezension] Kallocain

Aus dem Schwedischen von Paul Berf
Originaltitel: Kallocain
Hardcover mit Schutzumschlag, 288 Seiten
ISBN: 978-3-442-75775-6
Erschienen am  29. Oktober 2018

Was wäre, wenn selbst die Gedanken lesbar wären?


Könnt ihr die Wahrheit hören? Nicht alle sind wahrhaftig genug, um die Wahrheit zu hören, das ist das Traurige. Sie könnte eine Brücke zwischen den Menschen sein – nun ja, solange sie freiwillig ist, solange sie als ein Geschenk gegeben und als ein Geschenk empfangen wird. Ist es nicht eigenartig, dass alles seinen Wert verliert, sobald es aufhört ein Geschenk zu sein – selbst die Wahrheit?


Aktueller denn je: „Kallocain“, der große dystopische Roman von Karin Boye – in dem Menschen gelernt haben, sich gegenseitig zu kontrollieren, und verlernt haben, sich selbst und anderen zu vertrauen.

Was wäre, wenn selbst die Gedanken unfrei wären? Mit einer Wahrheitsdroge hat der Chemiker Leo Kall einen Weg in die Seelen seiner Mitbürger gefunden. Die neue Verhörmethode des Staates übernimmt die Kontrolle über die Menschen. Staatsfeindliche Gedanken werden entlarvt, alle Bürger auf Linie gebracht, Ehen gewöhnlich als reine Zweckgemeinschaft geschlossen, um dem Staat Kinder zu schenken. Doch im Geheimen regt sich Widerstand. Manche Menschen suchen Lebenssinn jenseits der offiziellen Doktrin. Auch Leo Kall beginnt zu zweifeln und seine Rolle als loyaler Mitsoldat in Frage zu stellen. Dennoch möchte er mit Hilfe des Wahrheitsserums herausfinden, ob seine Frau ein Verhältnis hat …

Meinung

Nachdem ich schon „1984“ von George Orwell zu meinen absoluten Lieblingsbüchern zähle, konnte auch „Kallocain “ nicht an mir vorbei. Und es ist großartig!

Anfangs hatte „Kallocain“ einige Parallelen zu „1984“ wie z.B. der Staat, der überwacht. Bei Orwell ist es das Auge, in „Kallocain“ ist es das Polizeiauge . Auch im Schlafzimmer muss man damit rechnen beobachtet und belauscht zu werden.

Leo Kall ist in Kallocain der Protagonist, der sein Leben im Buchformat erzählt. Er ist Chemiker in einem Labor und lebt mit seiner Frau und drei Kindern zusammen. Das Leben spielt sich unter der Erde ab. Der achtjährige Sohn ist zu Beginn der Handlung zu Besuch. Ab sieben Jahren werden die Kinder in dem Weltstaat in einen anderen Ort zur Militärausbildung geschickt. An Anfang ist Leo sehr positiv gestimmt . Eine glückliche Famile in einem Überwachungsstaat, aber im Laufe der Handlung bröckelt die Fassade und Leo merkt dass nicht nur er mit sich zu kämpfen hat sondern auch seine Frau.  Kall merkt, dass er anders denkt, als er sollte und das hasst er, aber er kann seine Gedanken und Neugier zu einer anderen Welt außerhalb seiner eigenen nicht stoppen. Und dann macht er die Erfindung für den Staat schlechthin. Kallocain. Eine Spritze davon und die Wahrheit sprudelt aus den Menschen heraus.  Diese Mixtur kann zukünftige Befragungen ob gerecht oder nicht schneller vorantreiben und beenden. Doch was ist die Wahrheit? Leo ist verwirrt. Sein Zustand wird an einer Stelle sogar als fiebrig beschrieben. 

Wie hat mir Kallocain gefallen? Sehr gut sogar. Wichtig zu erwähnen ist hierbei auch die Biografie der Autorin Karin Boye, die zu ihren Lebzeiten selbst mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen hatte und wohl auch mit einen rießigen Gefühlswiirwar wie Leo Kalk zu leben hatte. 

Anhand des Covers kann man nicht alleine sagen, worum es in dem Roman geht. Der Klappentext hilft nur bedingt, es ist aber  offensichtlich, dass es dich hierbei um eine Dystopie handelt. Totalitarismus, Überwachung und Distanz zu anderen stehen hier im Vordergrund. Interessant ist das er acht Jahre vor Orwells 1984 verfasst worden ist und versteckte Kritik an der damaligen Lage enthält. Ein sehr zum Denken anregender Roman!