Buch der Woche – Die Girls von Riad

Wie in letzter Zeit angewöhnt, jeden Montag statte ich der Stadtbücherei einen Besuch ab und auch diesmal wusste ich schon, was ich mir als nächstes ausleihe.

„Die Girls von Riad“ von Rajaa Alsanea

Mutig wie Scheherazade erzählt Rajaa Alsanea von der Gratwanderung junger Araberinnen zwischen Liebe, Sex und islamischer Tradition.

Kamra und ihre Freundinnen sind jung, hip und abenteuerlustig. Sie wollen das Leben genießen und sich verlieben. Doch was im Rest der Welt zum Erwachsenwerden einfach dazugehört, ist in ihrer Heimat Saudi-Arabien ein Tabu. Es wird zur unüberwindlichen Hürde in einer Kultur, in der man zwar „Sex and the City“ im Fernsehen empfangen, als Frau aber nicht allein mit einem Mann in einem Zimmer sein darf …

Ich habe schon einige Bücher, Erfahrungen von arabischen Frauen aus Saudi-Arabien gelesen und auch Rajaa Alsanea hat es zu meinen Highlights geschafft. 

Kann man überhaupt von einem Highlight sprechen, wenn etwas so reales, so grausam sein kann? Wenn etwas so schönes wie Liebe, das Leben an sich eingeschränkt gelebt werden muss… wie kann man so leben? Natürlich kennt man auch nichts anderes, wenn man so aufwachsen muss, aber der Mensch trachtet immer nach mehr. Auch die vier Mädels wollen eins für sich: ein Happy End.

Ein Leben in der der Mann alles tun kann ohne Konsequenzen fürchten zu müssen, die Frau aber für dieselben Taten, für seine Taten einen scharlschroten Buchstaben tragen muss, wie schafft man das? Zusammenhalt. Freundschaft und Hoffnung. Kamera und ihre Freundinnen Sadim, Kamra, Michelle und Lamris haben es da schon etwas einfacher. Die wachsen in der saudischen Oberschicht auf, aber auch sie werden mit Traditionen und Religion konfrontiert. Und mit Frauen. 

Oftmals werden die Männer der arabischen Welt  als die Bösen dargestellt. Oft kann man das nicht bestreiten, aber gerade vor den Frauen muss man sich in Acht nehmen. Auf Hochzeiten zerreißen sie sich das Maul über dich, begutachten dich als potenzielle Braut und Schränken ihre Töchter, Enkellinen und Schwiegertochter in deren Freiheit ein. Was sollen  sonst die anderen denken? Ja, wo lauert der nächste Skandal?

Die Autorin hat ihren Roman als Emails an sämtliche saudische Mail Adressen begonnen und schaffte es letztendlich nicht nur zum internationalen Erfolg, sondern auch zum nationalen. Für ein Land wie Saudi- Arabien eine Entwicklung für mehr Offenheit und etwas Toleranz?

Die Seiten sind nur so dahin geflogen und ich habe für mich mitnehmen können: Die Hoffnung stirbt zuletzt. 

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Buch der Woche – Das Millennial – Manifest

Gleich vorne weg, es ist nur das Buch der Woche, weil ich es diese Woche angefangen und beendet habe. Ein Highlight ist es nicht geworden, die Gründe dafür verrate ich euch jetzt: 

Durch meinen wöchentlichen Besuch in der Stadtbücherei in der Tipp- Abteilung entdeckt, kam das Buch direkt aus dem Regal mit. Nachmittags fing ich dann auch schon an es zu lesen und was soll ich sagen? Ich bin nach 60 Seiten auf Instagram, um zu schauen was andere über das Buch denken und war froh, dass ich mit meiner ersten Meinung nicht alleine war. Pessimistisch. Besser kann ich es nicht beschreiben. Die Autorin, wie ich festgestellt habe, eine Bloggerin und Journalistin mit großer Reichweite über Anekdoten aus ihrem Leben. Soweit so gut! Identifizieren könnte ich mich bis dato nicht mit ihren Schilderungen und Gedanken, der Titel spricht nicht gerade die Mehrheit der Millinnial Generation an. Meine Meinung nach jedenfalls nicht. Die Autorin, Jahrgang ’91 und damit so alt wie ich, war mir zu launisch. Mir kam es vor als schreibt eine Tennagerin in ihren schlimmsten Jahren ihr Weltbild auf. Sehr offen, kein unbedingt negativer Aspekt, als Ratgeber sollte diese Lektüre aber nicht angepriesen werden. 

Später wurde es dann besser. Der Schreibstil ist ja auch sehr flüssig gehalten, sowas mag doch jeder Leser. An Anfang der Kapitel gibt es von Zeit zu Zeit ein Zitat passend zum neuen Thema. 

Gefallen hat mir der Bezug zu Social Media, deren Folgen, wie z.B. Stalking oder auch Ghosting.

Die Miesmacher Stimmung ist  bis zum Schluss geblieben. Ihre sagen wir mal Absagen in der Vergangenheit waren  nie ein Anlass um bei sich selbst die Fehler zu suchen. Sich selbst hat sie auch nicht gefunden, aber wer tut das schon wirklich? Einige Tage später ist vom Inhalt nicht gerade viel bei mir hängen geblieben…